Tour hierher planen Tour kopieren
Wanderung empfohlene Tour

NATURA Tipp 13 Felsen und Klippen im Okertal

· 1 Bewertung · Wanderung · Harz
Verantwortlich für diesen Inhalt
Harz: Magische Gebirgswelt Verifizierter Partner  Explorers Choice 
  • Der Alte vom Berge über dem Okertal
    Der Alte vom Berge über dem Okertal
    Foto: Dr. Klaus George, Harz: Magische Gebirgswelt
m 500 400 300 200 8 6 4 2 km Königreich Romkerhall Klettergebiet Okertal 117 Treppenstein 116 Verlobungsinsel in der Oker Malerblicke im … Wasserfall

Rundwanderung durchs Okertal.

mittel
Strecke 9,4 km
3:00 h
257 hm
256 hm
492 hm
235 hm
Profilbild von Anne Schäfer
Autor
Anne Schäfer
Aktualisierung: 17.11.2022
Schwierigkeit
mittel
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höchster Punkt
492 m
Tiefster Punkt
235 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Wegearten

Asphalt 28%Schotterweg 45,02%Naturweg 9%Pfad 9,93%Straße 8,03%
Asphalt
2,6 km
Schotterweg
4,2 km
Naturweg
0,8 km
Pfad
0,9 km
Straße
0,8 km
Höhenprofil anzeigen

Einkehrmöglichkeiten

Königreich Romkerhall

Weitere Infos und Links

Tourist-Information Goslar im historschen Rathaus
Markt 1
38640 Goslar
Tel: 05321 78060
marketing@goslar.de

www.goslar.de

Start

Waldhaus Oker (242 m)
Koordinaten:
DD
51.884930, 10.472092
GMS
51°53'05.7"N 10°28'19.5"E
UTM
32U 601316 5749264
w3w 
///beste.haltestelle.gleichzeitige
Auf Karte anzeigen

Ziel

Waldhaus Oker

Wegbeschreibung

Wir beginnen unsere Rundwanderung am Parkplatz des ehemaligen Hotels Waldhaus. Dort überqueren wir die Brücke. Wer etwas Glück hat, kann im Flussbett der Oker eine Wasseramsel bei der Nahrungssuche beobachten. Direkt hinter der Brücke erläutert eine Informationstafel die frühere Nutzung und Erschließung des Okertals. So wurde bis 1866 in der Oker Holz geflößt. Seit die Okertalsperre den Wasserabfluss reguliert, um Wolfenbüttel und Braunschweig vor Hochwasser zu schützen oder um Niedrigwasserstände auszugleichen, wäre das nicht mehr möglich. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden im Okertal zahlreiche Holzschleifereien. Obschon zwischenzeitlich anderweitig genutzt, sind einige einstmals dafür genutzte Gebäude noch erhalten. Hinter der Bushaltestelle, auf der gegenüberliegenden Straßenseite, folgen wir dem Harzklubwanderweg 6J (blaues Dreieck). Unser Weg führt leicht bergan. Links des Weges wachsen Knoblauchrauke und Brennnessel. Beide zeigen nähr-stoffreiche Standortverhältnisse an. Während erstere in Vergessenheit geriet, ist die Brennnessel heutzutage einfach nur ungeliebt. Doch beide Pflanzenarten waren früher für arme Leute unverzichtbar. So lieferte die nahrhafte Brennnessel einen wichtigen Beitrag zum Überleben in Notzeiten, denn sie enthält mehr Eisen als Spinat, mehr Calcium als Kuhmilch, mehr Vitamin C als Orangen, ist zudem sehr eiweißreich und gedeiht nahezu überall. Wer einmal selbst probieren möchte, sollte ein Blatt unterseits mit Zeigefinger und Daumen greifen, mehrfach falten und kräftig zusammendrücken. Dabei werden die Nesselzellen zerstört, und das „Brennnessel-Bonbon“ kann gefahrlos gegessen werden. Knoblauchrauke fehlte früher in keinem Kräutergarten, denn Gewürze wie Pfeffer und Salz waren Luxusgüter.

Steil hinauf zum Okerklippenweg

Gewürzt wurde mit Kräutern. Die Knoblauchrauke Alliaria officinalis, auch Lauchkraut oder Knoblauchhederich genannt, gehört ebenso wie Senf Brassica nigra zu den Kreuzblütengewächsen. Nutzbar sind die knoblauchartig schmeckenden Blätter der Knoblauchrauke und deren Samen. Gemahlen dienten letztere als Pfefferersatz. Rechts des Weges, unweit eines kleinen Wasserlaufs, können wir Feuersalamander entdecken. Waldschachtelhalm wächst, wo es feucht ist. Wir gehen immer bergan und sehen linker Hand bald eine große Windwurffläche. Natürlicherweise würden hier Laubhölzer stocken; die flachwurzelnden Fichten sind nicht standortheimisch, sondern waren aufgeforstet worden. Weiter gelangen wir zu einer Kreuzung, wo rechts die Alte Harzstraße abzweigt. Erbaut wurde sie 1817 nach Plänen des Kammer-sekretärs von Eschwege, um den Holztransport zu erleichtern sowie den Verkehr in den Oberharz zu fördern. Wir bleiben auf dem Harzklubhauptwanderweg 6K (blaues Dreieck) und gehen weiter bergan. Der Weg zweigt nach einigen Metern rechts ab, mitten durch eine Windwurffläche. Ein sehr steiler Anstieg führt uns zum schmalen Okerklippenweg und der wiederum zu den imposanten Ziegenrückenklippen. Sie bestehen, wie die meisten noch folgenden Klippen, aus weiß-grauem Okergranit. Die grauen, durchsichtigen Bestandteile des Gesteins sind Quarzkristalle. Die weißen Kristalle sind Feldspäte, schwarze Bestandteile zählen zu den Glimmermineralen. Gestein ist per Definition ein festes Gemisch verschiedener Minerale. Aus welchen Mineralen Granit besteht, lässt sich leicht merken: „Feldspat, Quarz und Glimmer, die drei vergess‘ ich nimmer!“ Vorbei an Teufels- und Studentenklippen, gelangen wir zum Treppenstein. Am Treppenstein befindet sich die Stempelstelle Nr. 117 der Harzer Wandernadel.

Vom Treppenstein zum Romkerhall

Das Erklimmen der Klippen über die schmalen, namensgebenden Treppen lohnt allein schon der Aussicht wegen. Den Felsen besiedeln verschiedene Flechten, darunter auch die für den Lebensraumtyp Silikatfelsen mit Felsspalten­vegetation typischen Landkartenflechten. In Spalten wachsen Ebereschen. Gegenüber sind die Studentenklippen gut zu erkennen, seit sie vor wenigen Jahren von den Niedersächsischen Landesforsten mit Unterstützung der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Goslar, gemeinsam mit zahlreichen weiteren Klippen, aufwendig freigestellt worden waren. Unbemerkt haben wir mit dem Treppenstein auch das östlich der Oker gelegene Teilgebiet des Vogelschutzgebietes „Klippen im Okertal“ betreten. Der größere Teil des Vogelschutzgebietes liegt westlich der Oker zwischen dem Düsteren Tal im Norden und dem Speicherkraftwerk Romkerhalle im Süden und ist deckungsgleich mit dem FFH-Gebiet „Felsen im Okertal“. Vorbei an der Klippe Großer Kurfürst sowie vorbei an weiteren Klippen und Felsen gelangen wir zum Schöppenstedter Weg. Er führt uns zur Romke-Klippe. Von dort aus stürzt das aus der Kleinen Romke umgeleitete Wasser rund 65 m in die Tiefe. Der Romkerhaller Wasserfall ist der höchste Kunstwasserfall im Harz. Von der Romke-Klippe blicken wir auf die gegenüberliegenden Rabenklippen. Am von uns einsehbaren Osthang stehen z. T. waldfreie und als Blockhalden ausgebildete gehärtete schwarze Tonschiefer (Hornfelse) an. Hier sind die Lebensraumtypen Trockene europäische Heiden und Kieselhaltige Schutthalden der Berglagen Mitteleuropas entwickelt. Am Westhang sind typische Pflanzengesellschaften der Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation anzutreffen. Wir wählen den steilen Abstieg ins Okertal. Am Fuß des Wasserfalls blüht im späten Frühjahr die Sibirische Schwertlilie.

Über die Verlobungsinsel zum Waldhaus

Romkerhalle als Ortsbezeichnung etablierte sich erst 1863 mit Eröffnung des inzwischen arg in die Jahre gekommenen Gasthauses. Der Name „Königreich Romkerhall“ ist eine Anspielung auf die Lage des Hauses im gemeindefreien Gebiet Harz, welches heute vom Niedersächsischen Forstamt Clausthal verwaltet wird. Wir nehmen den Harzklubwanderweg 6F (rotes Dreieck) in Richtung Verlobungsinsel. Spätestens für die nun vor uns liegenden 4 km zurück zum Ausgangspunkt unserer Rundwanderung ist trittsicheres, geschlossenes Schuhwerk unentbehrlich. Wir wandern vielfach auf dem blanken Felsgestein! Wer Glück hat, erlebt die Oker als rauschenden Wildfluss. Das ist immer dann der Fall, wenn zu Hauptlastzeiten Wasser durch die Turbinen des Speicherkraftwerkes strömt. Rechts und links des Weges wachsen Harzlabkraut, Hainsimse, Gewöhnliches Habichtskraut und die Ährige Teufelkralle. Im Fluss tummeln sich Bachforellen. Der abwechslungsreiche Weg führt uns zur Verlobungsinsel (Stempelstelle 116 der Harzer Wandernadel). Kurz danach erreichen wir ein Speicherbecken, dass die ganztägige Versorgung der unterhalb liegenden Wasserkraftwerke sicherstellt. Hinter der Staumauer geht es steil bergab. Der Weg führt uns vorbei an der Marienwand. Klettern ist hier grundsätzlich erlaubt, doch die Sperrzeiten zum Schutz der brütenden Wanderfalken sind unbedingt zu beachten. Entlang der Straße kommen wir zu den beeindrukkenden Adlerklippen. Neben dem abenteuerlichen Weg fasziniert vor allem das auf Stelzen stehende und teilweise durch den Fels geschlagene Aquädukt. Wie zur Zeit der ersten Inbetriebnahme dient es der gleichmäßigen Wasserversorgung der Schleifmühlen, wo heute jedoch nur noch Strom erzeugt wird. Folgen wir schließlich weiter dem Weg entlang der Oker, gelangen wir wieder zum Ausgangspunkt unserer Wanderung, dem Waldhaus.

Hinweis


alle Hinweise zu Schutzgebieten

Öffentliche Verkehrsmittel

mit Bahn und Bus erreichbar

Parken

Am Waldhaus Oker.

Koordinaten

DD
51.884930, 10.472092
GMS
51°53'05.7"N 10°28'19.5"E
UTM
32U 601316 5749264
w3w 
///beste.haltestelle.gleichzeitige
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

Buchtipps für die Region

mehr zeigen

Kartentipps für die Region

mehr zeigen

Fragen & Antworten

Stelle die erste Frage

Hier kannst du gezielt Fragen an den Autor stellen.


Bewertungen

4,0
(1)
Björn Arnecke 
20.06.2021 · Community
Sehr schöner weg, allerdings würde ich ihn teilweise als Mittel und nicht leicht einstufen
mehr zeigen
Sonntag, 20. Juni 2021, 13:37 Uhr
Foto: Björn Arnecke, Community
Björn Arnecke 
20.06.2021 · Community
Sehr schöner weg, allerdings würde ich ihn teilweise als Mittel und nicht leicht einstufen
mehr zeigen
Sonntag, 20. Juni 2021, 13:37 Uhr
Foto: Björn Arnecke, Community

Fotos von anderen


Bewertung
Schwierigkeit
mittel
Strecke
9,4 km
Dauer
3:00 h
Aufstieg
257 hm
Abstieg
256 hm
Höchster Punkt
492 hm
Tiefster Punkt
235 hm
mit Bahn und Bus erreichbar Rundtour aussichtsreich geologische Highlights hundefreundlich

Statistik

  • Inhalte
  • Bilder einblenden Bilder ausblenden
Funktionen
2D 3D
Karten und Wege
  • 6 Wegpunkte
  • 6 Wegpunkte
Strecke  km
Dauer : h
Aufstieg  Hm
Abstieg  Hm
Höchster Punkt  Hm
Tiefster Punkt  Hm
Verschiebe die Pfeile, um den Ausschnitt zu ändern.