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Harzer Hexenstieg: Harz von Thale zum Torfhaus

Mountainbike · Harz
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Dirk Neubauer 
  • Wegweiser in Thale (Aug. 2019)
    Wegweiser in Thale (Aug. 2019)
    Foto: Dirk Neubauer, Community
m 1200 1000 800 600 400 200 60 50 40 30 20 10 km
Mit dem Rad über diverse Fern-, Pilger- und Weitwanderwege von Elsterwerda nach Meckenheim.
schwer
Strecke 65,2 km
8:45 h
1.481 hm
858 hm
1.141 hm
173 hm
Mit dem Harzer Hexenstieg durchqueren wir dieses nördlichste Mittelgebirge Deutschands von Ost nach West. Für den Aufstieg von Thale aus folgt der Stieg dem imposanten Tal der Bode bzw. der ihrer Nebenflüsse auf das Granitmassiv des Brockens. Im Harz erwarten uns Steigungen, für die wir jedoch mit einmaligen Naturerlebnissen und schönen Ausblicken belohnt werden.

Autorentipp

Bodetal, Jungfernbrücke, Goethefelsen, Roßtrappe, Teufelsbrücke, Hirschgrund, Langer Hals, Blaue Klippe, Kästental, Sonnenklippe, Bodekessel, Gewitterklippen, Falkenklippe, Talsperre Wendefurth (Infozentrum), Krockstein, Kreuztalviadukt, Rübeland (Hoher Kleef, Burgruine Birkenfeld, Herrmannshöhle, Baumannshöhle), Susenburg, Trogfurther Brücke, Talsperre Königshütte, Ruine Königsburg, alte Königshütte, Königshütter Wasserfall, Weinklippe, Hohnehof, Hohnewiese, Trudenstein, Ahrensklint, Schlungsklippe, Urwaldstieg, Brockenbahn, Brocken, Knochenbrecherkurve, Goethemoor, Goethebahnhof, Hirschhörner, Eckersprung, Goetheweg, Quitschenberg, Großes Torfhaus-Moor, Nationalparkzentrum Torfhaus.

Es gibt unterwegs Versorgungsmöglichkeiten in Thale, Treseburg, Altenbrak, Wendefurth, Neuwerk, Rübeland, Königshütte, Drei Annen Hohne, am Hohnehof, auf dem Brocken und in Torfhaus.

In Torfhaus gibt es Gästehäuser und eine Jugendherberge zum Übernachten.

Schwierigkeit
schwer
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höchster Punkt
Brocken, 1.141 m
Tiefster Punkt
Talstation Kabinenseilbahn Thale, 173 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Wegearten

Asphalt 4,70%Schotterweg 42,47%Naturweg 23,03%Pfad 18,51%Schieben 0,31%Straße 10,65%Unbekannt 0,28%
Asphalt
3,1 km
Schotterweg
27,7 km
Naturweg
15 km
Pfad
12,1 km
Schieben
0,2 km
Straße
7 km
Unbekannt
0,2 km
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Sicherheitshinweise

Der Weg ist auf etwa 10 km befestigt. Die restlichen 55 km fährt man auf unbefestigten Wald-, Ufer- und Feldwegen bzw. Pfaden.

Start

Thale, Talstation der Bergbahn (174 m)
Koordinaten:
DD
51.741536, 11.028278
GMS
51°44'29.5"N 11°01'41.8"E
UTM
32U 640036 5734238
w3w 
///gegend.solcher.kraut
Auf Karte anzeigen

Ziel

Torfhaus

Wegbeschreibung

In Thale überqueren wir die Bode. Hier stehen wir nun an der Talstation der Standseilbahn zum Hexentanzplatz und treffen auf den Harzer-Hexen-Stieg. Das Hexensymbol auf den imposanten hölzernen Schilderbäumen weist uns den Weg.

Nun geht es ins Bodetal, deren Schlucht als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Bekannt, beliebt und lecker sind die Forellen aus der Bode. Frisch gefangen werden sie in Altenbrak und Treseburg auf den Tisch gebracht. Die leise dahin plätschernde Bode ist ihre Heimat.

Die teils bizarren Granitfelsen des Bodetals zwischen Treseburg und Thale bilden das bedeutendste deutsche Felsental nördlich der Alpen, den "Grand Canyon" des Harzes. In den harten Granit hat sich das Wasser der Bode gearbeitet und eine tiefe Kerbe hinterlassen. Noch vor 200 Jahren war dieser Teil der Bode unbegehbar. Heute kann man die biologische Vielfalt und Geologie am Wegesrand genießen. Das Bodetal zählt zu den ältesten Naturschutzgebieten Deutschlands, hier wachsen einige der ältesten Eiben des Harzes.

Aber auch Mythen und Sagen ranken sich um dieses Gebiet. So soll das Pferd der Königstochter Brunhilde seinen Abdruck an der Rosstrappe hinterlassen haben, als diese vor dem Riesen Bodo flüchtete und in einem gewaltigen Sprung über das Bodetal setzte. Für Forscher und Historiker sind Hexentanzplatz und Roßtrappe heilige Stätten unserer germanischer Vorfahren.

An der Jungfernbrücke lädt das Gasthaus Königsruh zum Verweilen ein. An der Teufelsbrücke ist es möglich, serpentinartig den Roßtrappen-Felsen zu erklimmen. Hier verlässt uns auch der Europäische Fernwanderweg E 11. Wir aber nehmen  die Brücke.

Bald schon aber wird der Pfad enger, das Wasser rückt näher und die Felsen reichen links und rechts immer höher hinauf. Schließlich tost der Fluss durch sein steiniges Bett, Sprühnebel durchziehen die Luft und bis zu 250 Meter hohe Granitwände ragen empor. Zahlreiche Informationstafeln geben einen Einblick zur Geologie und Botanik entlang des Weges.

Die Fließgeschwindigkeit der Bode nimmt in Richtung Thale ständig zu, bis sie am Bodekessel - der schmalsten Stelle - ihren Höhepunkt erreicht. Beeindruckend ist das gewaltige Brodeln und Schäumen, wenn sich das Wasser hier überschlägt.

Dann werden die Wege bequemer, die Schlucht breiter. Das Wasser plätschert leise in der Tiefe, kein Zivilisationslärm stört die Idylle. Dann ist Treseburg erreicht. Durch den romantischen Auenwald entlang der Bode führt der Weg uns weiter zur Talsperre Wendefurth. Sehenswert ist hier das große Pumpspeicherwerk.

Ab Neuwerk wird das Wasser wieder schmaler und dann geht es durch Rübeland. Auf einem Alternativweg kommen wir dann an der Burgruine Birkenfeld vorbei als wir aus dem Ort aufwärts steigen. Am Hohen Kleef hat man eine phantastische Sicht auf Rübeland und den Brocken. Ein Naturlehrpfad führt uns ins romantische Tiefenbachtal. Dann steigen wir wieder hinab ins Bodetal und passieren Tagebaue im Bereich Susenburg.

Die weite Flussaue, die sich nun bald auftut, gehört schon zum System der noch entfernten Rappbode-Talsperre. An der Vereinigung der Warmen und Kalten Bode folgen wir der Warmen Bode. Dann folgt ein Ausflug zur Ruine der Königsburg.

Nun kommen wir an die Stelle, wo sich unsere Nordroute des Harzer-Hexen-Stiegs mit der Südroute vereint. Der Rappbode-Stausee mit seinen zahlreichen Ausläufern ist der Grund dafür. Auf dem Hexen-Stieg durchqueren wir dann den kleinen Harzort Königshütte. Ein montangeschichtlicher Lehrpfad führt uns zum Rastplatz "Steinbachtal". Hier können wir den Königshütter Wasserfall besichtigen. Am Steinbach bergauf führt uns der Weg in den Nationalpark Harz nach Drei Annen Hohne. Hier können wir das Nationalparkhaus besuchen.

Im Weiler Drei Annen Hohne gibt es einerseits Übernachtungsmöglichkeiten, aber auch einen Anschluss an die Harzer Schmalspurbahn, welche nach Wernigerode fährt. Ab hier geht es nun aufwärts zum höchsten Punkt des Harzes. Am Trudenstein erreichen wir eine Klippe. Hier bietet sich eine herrliche Aussicht. An den Klippen ist die typische Wollsackverwitterung des Brockengranits gut erkennbar. Mit dem Wormkegraben, dem ältesten Graben des Harzes, kommen wir zur Wormke. Nun führt der Weg um den Erdbeerkopf herum zum Ahrensklint. Hier lohnt sich ein Abstecher auf die gleichnamigen Klippen mit Leitern und einem Ausblick auf Schierke und Wurmberg. Unweit befindet sich auch die Ruine Glashütte. Wir folgen dem Glashüttenweg vorbei an den Schlungklippen. Vorbei an Brockenbett und Brockenkindern stoßen wir auf die Brockenchausee. Wir verlassen vorerst die dichten Wälder des Mittelgebirges. Nun geht es weiter bergauf. Der höchste Punkt des Hexen-Stiegs ist erreicht, indem wir der Brockenstraße hinauf folgen.

Der Brocken bietet bei schönem Wetter einen wundervollen Rundblick auf den Harz und sein Vorland. Aber auch bei Nebel, was nicht selten vorkommt, ist der Berg ein Erlebnis. Mitten auf der Brockenkuppe finden wir das Wolkenhäuschen. Dieses wurde im Jahre 1736 als Schutzhütte von Graf zu Stolberg-Wernigerode erbaut. Es war das einzige Gebäude, das bei Goethes Brockenbesteigung auf dem Gipfel stand. Im Brockenhaus erwartet uns eine moderne und umfangreiche Ausstellung zur Geschichte und Natur des Brockens.

Der Hexenstieg führt nun gemeinsam mit dem Harzer Grenzweg entlang der Brockenbahn, die uns ab und an schnaufend und stampfend überholt. Die Brockenbahn existiert seit 1898. Heute ist sie ein Teil der Harzer Schmalspurbahnen. Etwas gespenstisch wirken die abgestorbenen Fichten entlang des Weges. Das rauhe Klima und der Borkenkäfer haben diese Bäume stark geschädigt. Wer jedoch genau hinschaut, erkennt, daß bereits neues Leben entstanden ist.

Eine weitere Attraktion am Wegesrand ist das Goethemoor. Hier wurde 1745-1776 Torfabbau betrieben. Heute unterliegen die ganz besonders trittempfindlichen Hochmoore einem absoluten Schutz.

Am Eckersprung, der Wasserscheide zwischen Weser und Elbe, verlief die ehemalige Grenze zwischen DDR und Bundesrepublik Deutschland. Eine Schutzhütte lädt zum Verweilen ein. Nahebei befindet sich die Eckerquelle. Über eine kurze Strecke folgen wir dem Grenzverlauf auf dem Kolonnenweg.

Der Harzer-Hexen-Stieg folgt dem Goetheweg den Kaiserweg querend am Quitschenberg vorbei und entlang des Abbegrabens, einem 1540 m langen Teilstück des Oberharzer Wasserregals.

Im Nationalpark soll der Harz in seiner natürlichen Urprünglichkeit wiederentstehen. Die Brockenmoore am Wege geben einen ersten Eindruck davon. Die Moore gehören zu den ursprünglichsten Naturlandschaften im Oberharz. Sie bilden den Lebensraum von vielen stark gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. Im großen Torfhausmoor finden wir unter anderem die Zwergbirke und die Schlammsegge, die als Eiszeitrelikte gelten. Torfmoose bilden dichte Rasenteppiche, welche bei ausreichender Feuchtigkeit immer weiter in die Höhe wachsen, während die unteren Schichten absterben und Torfe bilden. Am Torfhaus erreichen diese Torflager eine seltene Stärke von 5 Metern.

Die Siedlung Torfhaus wurde bereits im Jahre 1713 gegründet, als man begann in den umliegenden Mooren Torf abzubauen. Von hier aus begann Johann Wolfgang von Goethe am 10. Dezember 1777 in Begleitung von Förster Degen seine erste Brockenbesteigung. Das unwegsame Gelände, die unberührte Natur und bizarre Formen am Wegesrand hinterließen bei ihm einen nachhaltigen Eindruck. Sein Brockenerlebnis verarbeitete Goethe im "Faust".

Hinweis


alle Hinweise zu Schutzgebieten

Öffentliche Verkehrsmittel

mit Bahn und Bus erreichbar

Thale ist von Magdeburg aus mit Regionalzügen erreichbar.

Anfahrt

Thale hat eine Abfahrt an der A 36.

Parken

Parkmöglichkeiten an der Bergbahn vorhanden.

Koordinaten

DD
51.741536, 11.028278
GMS
51°44'29.5"N 11°01'41.8"E
UTM
32U 640036 5734238
w3w 
///gegend.solcher.kraut
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

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Ausrüstung

Trekkingrad oder Mountainbike (auch mit Gepäck).

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Schwierigkeit
schwer
Strecke
65,2 km
Dauer
8:45 h
Aufstieg
1.481 hm
Abstieg
858 hm
Höchster Punkt
1.141 hm
Tiefster Punkt
173 hm
mit Bahn und Bus erreichbar aussichtsreich Einkehrmöglichkeit kulturell / historisch geologische Highlights botanische Highlights Von A nach B Gipfel-Tour

Statistik

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Funktionen
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Karten und Wege
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Abstieg  Hm
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