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Von fliegenden Hexen und "abgehärteten" Flechten

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  • Landkartenflechte
    Landkartenflechte
    Foto: I. Nörenberg, Nationalpark Harz
Felsen und Blockfelder wie Teufelskanzel und Hexenaltar am Brockenrundwanderweg sind es, die den Harz so urwüchsig erscheinen lassen. Wie Sie der Infotafel am Wegesrand entnehmen können, bieten die markanten Felsen nicht nur spannende literarische Bezüge, sondern sind auch aus geologischer und botanischer Hinsicht höchst interessant. Bei dem Gestein handelt es sich um Granit. Granit ist ein magmatisches Tiefengestein, das im Erdinneren aufsteigt und dann in der Erdkruste, meist in ca. 2 km Tiefe, "hängen bleibt", also nicht als Vulkan zu Tage tritt. Durch spätere Anhebung des Gebirges und die Erosion der darüber liegenden Gesteinsschichten wurde der Granit freigelegt und bildet heute weite Teile der Geländeoberfläche rund um den Brocken. Der Brockengranit ist berühmt für seine Verwitterungsformen. Wind und Wetter modellieren im Laufe von Jahrtausenden aus kompakten Felstürmen sogenannte "Wollsäcke" mit runden Kanten und Klüften. Am Ende zerfallen sie in viele einzelne Granitblöcke. Es entstehen mächtige Blockfelder. Felsblöcke sind ein Lebensraum für Spezialisten. Die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht können auf Felsen 60° C betragen. Im Winter fehlt an steilen Wänden jeder Schneeschutz. Nur wenige Moose und Flechten halten das aus. Viele dieser Arten kommen aus nordisch-alpinen Klimabereichen und gelten als Eiszeitrelikte. Haben Sie die gelben Teppiche auf den Steinen gesehen? Es ist die Landkartenflechte. Flechten werden stets aus zwei Lebensformen gebildet. Sie stellen eine Symbiose – eine Lebensgemeinschaft zum gegenseitigen Nutzen einer Alge und eines Pilzes dar. Flechten sind vielfältig und anpassungsfähig. Sie kommen auf der ganzen Welt vor. Sie besiedeln Felsen, Mauern, Baumstämme oder wachsen frei auf dem Boden, überleben Temperaturen bis zu -48°C und in Trockenstarre bis zu +80°C. Selbst unter dem Gefrierpunkt führen sie noch Photosynthese durch. Im Gegensatz zu höheren Pflanzen können Flechten ihren Feuchtigkeitshaushalt nicht selbst regulieren, sondern enthalten gerade so viel Flüssigkeit wie ihre Umgebung. Auf diese Weise können sie ein Alter von mehreren hundert Jahren erreichen, einzelne werden sogar über 1.000 Jahre alt. Bislang sind rund 20.000 verschiedene Arten bekannt. Laufend werden aber neue entdeckt.

Koordinaten

DD
51.797823, 10.616094
GMS
51°47'52.2"N 10°36'57.9"E
UTM
32U 611441 5739787
w3w 
///kosten.gelehrig.kehren
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Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

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