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Biotop

Kulturerbe Harzer Bergwiesen

Biotop · Harz · 547 m
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  • Foto: I. Nörenberg, Nationalparkverwaltung Harz
Der Oberharz ist berühmt für seine artenreichen Bergwiesen. Sie werden oft sehr treffend als "Juwelen der Artenvielfalt" bezeichnet, was bei weitem nicht übertrieben ist. Neben den typischen Vertretern der Bergwiesenflora wie dem farbenprächtigen Wald-Storchschnabel, dem aromatischen Bärwurz, der bizarren Teufelskralle, dem zierlichen Wiesen-Schaumkraut oder der borstigen Perücken-Flockenblume findet man hier zahlreiche geschützte und bedrohte Arten, wie Orchideen. Nicht selten finden sich auf Bergwiesen über 100 verschiedene Arten von Farn- und Blütenpflanzen. Die kräuterreichen Wiesen bilden wiederum die Lebensgrundlage für eine Vielzahl von Insekten, vor allem Schmetterlinge. Feuchtwiesen in den Bachtälern sind der Nahrungsraum für den seltenen Schwarzstorch. Die Harzer Bergwiesen sind eine von Menschenhand geschaffene jahrhundertealte Kulturlandschaft. Ihre Hauptentwicklung fällt in die Blütezeit des Harzer Bergbaus im 15. und 16. Jahrhundert. Traditionell gehörten Bergbau und Bergwiesen im Harz eng zusammen. Ohne die von den Bergleuten im Nebenerwerb betriebene extensive Landwirtschaft hätten die Bergwiesen in ihrer Vielfalt nicht entstehen können. Den Bergleuten wurde in den Bergfreiheiten das Recht auf das Anlegen von Heuwiesen zur Gewinnung von Winterfutter für das Vieh eingeräumt. Harzkuh und -ziege sicherten damals das Überleben der Familien. Gemäht wurde oft nur einmal im Jahr. Erst im Herbst wurden die Flächen zur Beweidung freigegeben. Bis dahin wurden die Kuhherden zur Weide in den Wald getrieben. Ohne das Zutun des Menschen würden sie sehr schnell wieder bewalden und aus unserer Landschaft verschwinden. Die naturverträgliche Bewirtschaftung durch Mahd und die Beweidung durch das Harzer Höhenvieh sind für die Erhaltung der Bergwiesen unverzichtbar. Das ""Harzer Rote Höhenvieh"", wie es korrekt heißt, gehört wohl zu den ältesten und ursprünglichsten Nutztierrassen. Das einst aus Frankreich und England eingeführte Keltenrind erhielt im späten 19. Jahrhundert durch Einkreuzung von Berner, Tiroler und Zillertaler Rindern seinen typischen Charakter. Seine dadurch gewonnenen günstigen Eigenschaften für das klimatisch schwierige Mittelgebirge machten es zu einem wertvollen Nutztier für die Bergleute. Die anspruchslose Rinderrasse war zur Milch- und Fleischproduktion und als Zugtier geeignet. Dennoch ist diese hervorragend an Klima und Böden der traditionsreichen Harzer Bergwiesen angepasste Rinderrasse nur knapp dem Aussterben entgangen. Zwei Aspekte haben schließlich dazu beigetragen, dass sich das Blatt wendete: der Naturschutz, der zur Erhaltung der Bergwiesen auf die Beweidung angewiesen ist, und die Tourismusbranche, die mit regionaler Identität und regionalen Produkten den Nerv der Gäste traf. 501 Kühe und 16 Bullen dieser sehr alten und ursprünglichen Rasse sorgen heute laut Herdbuch wieder für Nachwuchs im gesamten Harzgebiet. Auch hier auf den Bergwiesen um Altenau können Sie dem Harzer Höhenvieh hin und wieder bei der Landschaftspflege zuschauen.

Koordinaten

DD
51.803279, 10.458532
GMS
51°48'11.8"N 10°27'30.7"E
UTM
32U 600564 5740164
w3w 
///sonde.grob.umständlich
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

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empfohlene Tour Schwierigkeit mittel
Strecke 48,2 km
Dauer 14:15 h
Aufstieg 1.484 hm
Abstieg 1.646 hm

3
von BUND Niedersachsen e.V. in Kooperation mit / Nationalparkverwaltung Harz,   Harz: Magische Gebirgswelt

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